Wingsuit Pincheck – German

Pin Check Empfehlungen für Nicht-WS-Flieger

Ein Ausrüstungscheck für Wingsuitflieger ist fast identisch mit einem herkömmlichen Ausrüstungscheck. Neben den üblichen Checks von Haupt- und Rreservepin, eingeschaltetem/ kalibriertem Öffnungsautomat, 3-Ring-System, Brustgurt, Beingurte und das Vorhandensein von Helm, Brille, Höhenmesser und akustischem Höhenwarner, beinhaltet der Pincheck für Wingsuitflieger ein paar wichtige Punkte, die Aufmerksamkeit verdienen:

  • Bei den meisten Wingsuits sind die Beingurte nicht sichtbar. Durch leichtes Anheben des Rigs (Sprungsystems) an der Schulter, lässt sich relativ einfach überprüfen, ob die Beingurte angezogen und befestigt sind. Dennoch wird eine komplette visuelle Inspektion vor dem Schließen des Anzugs empfohlen, da nach dem Schließen die Beingurte versteckt sind.

 

  • Als Regel sollte gelten: Solange die Beingurte nicht angezogen und fest verzurrt sind, sollte der Reißverschluss des Anzugs nicht geschlossen werden. Das gilt auch, wenn es sich nur um einen Dirtdive/ Briefing handelt, oder wenn ein anderer Wingsuit anprobiert wird.

 

  • Je nach Art des verwendeten Wingsuit, wird es Reißverschlüsse und / oder (gelbe) Kabel an den Wings geben, um ihn mit dem Sprungsystem zu verbinden. Gurtband und Beingurte des Rigs werden durch eine Öffnung auf der Vorder-und Rückseite der Wings geführt und mit dem Anzug verbunden. Die Kabel oder Reißverschlüsse sollten immer in einer glatten Linie verlaufen, ohne dass sie unter Spannung stehen oder verknoten und dabei Trennkissen bzw Reservegriff berühren. Fordere einfach einen Wingsuit Flieger auf Arme und Beine in Flugposition zu bringen, um so die Verbindung zu überprüfen.

 

  • Die meisten Wingsuit haben eine kleine Schlaufe am Ende der Arm-Manschette. Diese Schleife umschlingt den Daumen oder die Hand um die Spannung für das Fliegen zu erhöhen und um das Schließen und Öffnen der Reißverschlüsse an den Ärmeln zu unterstützen. Achte darauf, dass diese Daumen- oder Hand-Schlaufe über dem Höhenmesser getragen wird, und nicht darunter. So wird verhindert das der Springer den Höhenmesser ausziehen muss (oder das Armwing.Release-System benutzen muss), um seine Arme zu befreien, damit die Steuerschlaufen in Reichweite bleiben.

 

  • Es gibt eine Menge extra Dinge an die man denken muss, wenn man sich zu einem Wingsuit Sprung bereit macht. Insbesondere bei unerfahrenen Wingsuit Fliegern, kann es vorkommen, dass sie sich so sehr mit dem Wingsuit und den neuen Aspekten ihrer Ausrüstungsvorbereitung beschäftigen und dabei wirklich grundlegende Dinge wie Brille oder Handschuhe vergessen. Achte darauf, selbst die grundlegendsten Elemente eines normalen Ausrüstungschecks nicht zu überspringen.

 

  • Prüfe, ob die Kabel und / oder Reißverschlüsse die den Wingsuit mit dem Rig verbinden vollständig geschlossen und fest sind. Bei den Anzügen mit Kabel, kann es in der Nähe der Achselhöhle (vorne und hinten) manchmal ein wenig heraushängen. Der erfahrene Springer kann sich so optisch über die korrekte Verbindung seines Systems selbst überzeugen. Dies ist nicht zwingend
    erforderlich (und auch nicht auf alle Arten von Wingsuits möglich) und hängt von persönlichen Vorlieben ab.
    o Einen aggressiven oder kleinen Hauptfallschirm zu benutzen wird im allgemeinen als schlechte Wahl angesehen. Stelle außerdem sicher, dass niemand etwas anderes als ein normales BOC / Throw-Out System (kein Pull-out!) benutzt.

 

  • Frage einen dir unbekannten Wingsuit Piloten nach seiner Erfahrung, um sicher zu sein, dass er oder sie mit den gängigen Sicherheitsbestimmungen und /oder mit den Herstellerempfehlungen für Wingsuitfliegen vertraut ist.
    Ein wichtiger Punkt ist es zu checken ob mindestens 200 Sprünge sowie eine angemessene Einweisung von einem WS Instruktor vorliegen.
    Unerfahrene Springer, die eine Wingsuit fliegen sind nicht nur eine Gefahr für sich selber, sonder für alle an Bord.

 

  • Stell sicher, dass der Wingsuitspringer seinen Sprung am Manifest registriert und beim Piloten angegeben hat. Das verhindert Panik am Boden, wenn Leute nicht die korrekte Anzahl von offenen Schirmen nach einem Drop sehen. Gib dem Piloten Bescheid, dass er auf den Wingsuitflieger achten soll, der immer noch im Freifall sein wird wenn der Pilot den Sinkflug beginnt.

 

  • Wingsuitflieger sind immer die Letzten, die aussteigen.
    Sie vor den anderen Fallschirmspringer aussteigen zu lassen führt zu vielen zusätzlichen Risiken. Ein normaler Springer zB passiert unabsichtlich die Flugbahn eines Wingsuitflieger weil er oder sie kein perfektes Pattern geflogen ist (oder wenn der Pilot des Flugzeugs eine leichte Richtungsänderung vorgenommen hat und damit auch die Richtung der Springer)

Text: Jarno Cordia
Übersetzung: dieDanni